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Was wir an Babys bewundern und selbst überlagern

Ein Baby muss nichts leisten, um uns zu berühren. Es hat keine klugen Antworten, keinen Erfolg vorzuweisen und keine Geschichte zu erzählen. Trotzdem erreicht es uns. Was ist da, bevor all das hinzukommt? Wir nennen es süß. Doch seine kleine Gestalt erklärt nicht alles. Uns begegnet eine Offenheit , die beim erwachsenen Menschen unter Gedanken, Erwartungen und eingeübten Reaktionen kaum noch unverdeckt durchkommt. Gleichzeitig reden wir über das Baby, als wäre sein Kopf leer. Es müsse erst gefüllt werden mit dem, was wir bereits kennen. Dabei fehlt ihm vor allem vieles von dem Chaos, das unseren eigenen Kopf besetzt hält. Weniger Chaos bedeutet mehr Ordnung. Trotzdem halten wir unseren Zustand für den fortgeschritteneren. Das Baby kann noch keine Antwort aussprechen. Aber was in ihm unmittelbarer da ist, haben wir unter unseren Antworten längst begraben. Ein voller Kopf ist keine Ordnung Ein Erwachsener hört einen Satz und weiß bereits, was der andere angeblich meint. Ein Blick ge...
Letzte Posts

„Mein Gefühl“: Wo Trennung beginnt

Wir sprechen selbstverständlich von „meinem Gefühl“. Genau darin steckt bereits Trennung . Eine Bewegung taucht auf, wird festgehalten, einem Ich zugeordnet und dadurch eingeengt. Gefühl ist deshalb nicht einfach etwas Privates im Inneren eines Menschen. Es ist Bewegung. Wird diese Bewegung sofort als „mein“ markiert, bekommt sie eine Grenze und wird an die getrennte Person gebunden. Mit Faltung ist genau diese Verdichtung gemeint. Bewegung verschwindet nicht, aber sie kann nicht mehr frei durch den Menschen gehen und sich entfalten. Sie bleibt an Bewertungen, Erinnerungen, Erwartungen und Selbstbildern hängen. Ordnung wird dort wahrnehmbar, wo diese Bewegung ihren Zusammenhang zurückbekommt. Nicht durch mehr Kontrolle und auch nicht durch stärkere Gefühle, sondern durch Entfaltung. Entfaltung geschieht erst, wenn der Körper mitgeht. Wenn Bewegung zum Besitz des Ichs wird Der Beitrag über Gefühl als Bewegung hat bereits gezeigt, dass Gefühl kein Besitz ist. Jetzt wird sichtbar, w...

Die Ordnung war nie weg – im Körper versteckt

Ohne Essen bleiben uns mehrere Wochen. Ohne Wasser wenige Tage. Ohne Luft nur wenige Minuten. Daran wird deutlich, worauf der Körper am stärksten angewiesen ist. Was ist also wichtiger? Atmen. Trinken. Essen. Atmen versorgt den Körper unmittelbar , Trinken erhält ihn, Essen baut ihn auf. Darin zeigt sich bereits eine Grundordnung des Körpers: Versorgung, Erhaltung und Aufbau folgen nicht beliebig aufeinander. Alles geht vom Kopf aus. Dort beginnen Richtung, Verarbeitung und Reaktion. Doch der Kopf allein reicht nicht aus. Ordnung kann erst vollständig wahrgenommen werden, wenn der Körper mitgenommen wird. Richtig atmen bedeutet deshalb mehr als Luft holen. Es bedeutet, den Körper in den Vorgang einzubeziehen. Genau dort entsteht die Verbindung zwischen dem, was vom Kopf ausgeht, und der im Körper verborgenen Ordnung. Warum der Kopf allein nicht reicht Im Kopf laufen Programme, Muster, Wiederholungen, Bewertungen und Reaktionen. Er vergleicht, sortiert und setzt bekannte Information...

Zu viel Kopf, zu wenig Körper: So beginnt Krankheit

Krankheit beginnt nicht erst dort, wo der Körper Symptome zeigt. Sie beginnt dort, wo sich immer mehr in den Kopf verlagert und immer weniger im eigenen Körper ankommt. Gedanken kreisen. Anspannung wächst. Reaktionen werden schneller und dichter. Der Denkapparat arbeitet weiter, während der Körper immer weniger einbezogen wird. Genau daraus entsteht der Stress, um den es hier geht. Damit ist nicht jede Krankheit auf eine einzige Ursache reduziert. Krankheit hat viele Ursachen. Dieser Beitrag beschreibt einen bestimmten Zusammenhang: Was im Kopf geschieht, bleibt nicht folgenlos, wenn der Körper immer weniger beteiligt wird. Der Körper ist kein Zubehör zum Denken. Er ist wesentlich. Wird er nicht mitgenommen, entsteht Trennung zwischen Psyche, Denkapparat und Körper. Genau an dieser Stelle beginnt der Bruch. Der Kopf übernimmt, der Körper bleibt zurück Der moderne Alltag verlangt vor allem Denken, Reagieren, Planen und Funktionieren. Der Kopf wird ständig beschäftigt. Der Körper so...

Was bedeutet Gefühl?

Ein angenehmes Gefühl beginnt nicht dort, wo wir etwas positiv bewerten. Es beginnt dort, wo eine Bewegung von außen angenommen wird und durch den Körper gehen kann. Genau das verändert, was wir unter Gefühl verstehen. Wir sprechen oft von „meinen Gefühlen“, als wären Gefühle etwas, das in uns liegt und uns gehört. Doch Gefühl ist kein Besitz. Es geschieht als Bewegung, die uns erreicht, aufgenommen wird und sich im Körper fortsetzen kann. Diese Bewegung kann durch eine Begegnung, einen Blick, eine Stimme, Nähe, Musik oder andere Information ausgelöst werden. Entscheidend ist nicht nur, was von außen kommt, sondern was geschieht, sobald diese Bewegung auf uns trifft. Bleibt sie in Bewertung, Erwartung oder Gedanken hängen, wird der Körper kaum mitgenommen. Kann sie dagegen an-genommen und weitergetragen werden, verändert sich die Erfahrung. Der Körper wird nicht umgangen. Die Bewegung kann durch ihn hindurchgehen. Gefühl ist Bewegung Gefühl hat in diesem Verständnis mit Bewegung zu tun...

Was, wenn wir die letzte sterbliche Generation sind?

Seit wir denken können, gehört der Tod zum Selbstverständnis. Generationen kommen, Generationen verschwinden. Doch warum gehen wir davon aus, dass es für immer so bleiben muss? Wir wachsen mit der Gewissheit auf, dass der Körper altert und irgendwann stirbt. Niemand muss uns diesen Ablauf lange erklären. Wir erleben ihn überall, bis der Tod schließlich wie eine selbstverständliche Grenze erscheint. Diese Gewissheit steht jedoch nicht am Anfang. Sie wird uns vermittelt und irgendwann so selbstverständlich, dass wir kaum noch unterscheiden, was wir erfahren haben und was tatsächlich endgültig sein muss. Dabei arbeitet unser Körper ständig daran, seine Struktur zu erhalten. Schäden werden repariert, Zellen erneuert, Funktionen reguliert. Erhaltung und Regeneration gehören damit ebenso zu unserer körperlichen Realität wie Alterung und Zerfall. Gerade dieser Gegensatz führt zu der Frage, warum wir den Tod überhaupt als endgültige Grenze betrachten. Mir ist erst später aufgefallen, wie tief ...

Phoenix aus der Asche: Was endet, wenn Leben ewig ist?

Der Phoenix verbrennt. Von seiner alten Gestalt bleibt nur Asche zurück. Und genau dort, wo wir gewöhnlich nur ein Ende sehen, beginnt seine Erhebung. Was, wenn dieses Symbol deshalb etwas viel Größeres beschreibt als einen Neubeginn? Im Zusammenhang mit Ewigkeit bekommt diese Bewegung ihre eigentliche Tiefe. Der Phoenix kehrt nicht in das Alte zurück. Feuer, Asche und Erhebung führen zu einer Frage, die unsere Vorstellung vom Leben unmittelbar trifft: Wenn das Leben ewig ist, was endet dann überhaupt? Die Antwort verändert den kompletten Blick auf das Symbol. Nicht das Leben muss neu entstehen. Das Leben selbst ist ewig. Was endet, ist die sterbliche Form , in der es innerhalb der Illusion begrenzt, getrennt und vergänglich erscheint. Der Phoenix wird damit zum Bild einer Neugeburt ins ewige Leben. Die Asche trägt den verbrauchten Zustand Asche ist nicht einfach Leere. Sie ist der Rest eines Zustands, der seine Kraft verbraucht hat. Im Bild des Phoenix markiert sie deshalb einen Endpu...

Warum du dich bereits entschieden hast

Im Film „Matrix“ stellt Neo dem Orakel eine entscheidende Frage: Wenn sie bereits weiß, wie er sich entscheiden wird, wie kann es dann überhaupt seine Entscheidung sein? Die Antwort verändert die ganze Perspektive: „Du hast dich bereits entschieden. Du bist hier, um zu verstehen, warum du dich so entschieden hast.“ Damit geht es nicht mehr nur um die Frage, was wir wählen. Plötzlich steht etwas anderes im Raum: Wenn die Entscheidung bereits gefallen ist und der Verstand sie erst später versteht, woher kommt sie dann? Genau dort beginnt die Frage nach Bestimmung . Sie bezeichnet hier die gesetzte Richtung, auf die der gemeinsame Weg zuläuft. Der Verstand bringt diese Richtung nicht hervor. Er setzt später ein, sucht Gründe und versucht zu verstehen, warum die Entscheidung genau so gefallen ist. Solange die Bestimmung nicht erkannt ist, bleibt diese Verbindung verdeckt. Wir erfahren einzelne Stationen, Themen, Wiederholungen und Konfrontationen, ohne bereits zu sehen, wie sie zusammenge...

Was die Ebenen von Information über Ordnung zeigen

Wie kann dasselbe Wort sowohl Chaos als auch Ordnung bezeichnen? Wir nennen beides Information. Doch zwischen einer ungeordneten, kaum lesbaren Informationslage und einer Ordnung, die keinem Zerfall unterliegt, liegen grundverschiedene Zustände. Information zeigt sich nicht immer in derselben Form. Sie erscheint auf unterscheidbaren Ebenen und in verschiedenen Zuständen. Erst wenn wir diese Unterschiede erkennen, wird verständlich, ob wir Zerstreuung, Struktur, erkennbare Ordnung, eine tiefere Verbindungsebene, ein unbearbeitetes Ausgangsfeld oder bleibende Grundordnung vor uns haben. Um diese Informationszustände geht es: Chaosinformation komplexe Information geordnete Information Quanteninformation Rohinformation ewige Information Diese Begriffe sind keine bloße Aufzählung. Sie zeigen, dass Information nicht allein durch ihren Inhalt bestimmt wird. Entscheidend ist auch, in welchem Zustand sie erscheint und welche Ordnung darin bereits erkennbar ist. Erst die Bestimmung der Ebene mac...