Wir können jahrelang auf etwas hinarbeiten. Auf ein Haus, beruflichen Erfolg, finanzielle Sicherheit oder jemanden, mit dem wir unser Dasein teilen möchten. Manche Wünsche bleiben unerfüllt. Andere werden Realität, manchmal sogar genau so, wie wir sie uns vorgestellt haben. Wir freuen uns, genießen das Erreichte und wenden uns irgendwann dem Nächsten zu. Nicht unbedingt, weil wir unzufrieden sind, sondern weil das Erreichte eine Frage nicht beantwortet: Wonach suchen wir? Der Schauspieler Jim Carrey brachte diesen Widerspruch einmal auf den Punkt: Ich finde, jeder sollte reich und berühmt werden und alles bekommen, wovon er geträumt hat, um zu erkennen, dass das nicht die Antwort ist. — Jim Carrey, Interview mit Jay Stone, Dezember 2005 (sinngemäß aus dem Englischen übersetzt) Wir können bekommen, was wir uns wünschen, und erreichen, was wir wollen. Doch alles, was wir innerhalb dieser Realität gewinnen, lässt einen entscheidenden Zustand unverändert. Ein erfüllter Wunsch bedeutet noch...
Wir wollen unverwechselbar sein. Wir geben uns Namen, Rollen und Meinungen, mit denen wir zeigen, wer wir sind. Doch je stärker sich das Ich über Abgrenzung definiert, desto weiter entfernt es sich vom gemeinsamen Zusammenhang. Jeder verteidigt seinen Ausschnitt, seine Sicht, seine Geschichte. Das wirkt individuell, folgt aber immer demselben Muster: Hier bin ich, dort sind die anderen. Hier ist meins, dort ist deins. Genau so wird aus Verschiedenheit Trennung sichtbar gemacht . Je weiter diese Abgrenzung geht, desto genauer wird der einzelne Ausschnitt bestimmt. Das Ich grenzt sich immer feiner ab. Die Fragmentierung wird dadurch nicht aufgehoben. Sie geht tiefer. Was nennen wir Bewusstsein, wenn jeder Mensch seinen kleinen Ausschnitt für alles hält? Könnte es sein, dass wir über Bewusstsein reden, obwohl wir nur seine Fragmentierung vor uns haben? Viele Ichs bedeuten nicht viele Bewusstseine Innerhalb der Illusion befinden wir uns tatsächlich in Trennung. Unsere Körper sind voneinand...