Ein Baby muss nichts leisten, um uns zu berühren. Es hat keine klugen Antworten, keinen Erfolg vorzuweisen und keine Geschichte zu erzählen. Trotzdem erreicht es uns. Was ist da, bevor all das hinzukommt? Wir nennen es süß. Doch seine kleine Gestalt erklärt nicht alles. Uns begegnet eine Offenheit , die beim erwachsenen Menschen unter Gedanken, Erwartungen und eingeübten Reaktionen kaum noch unverdeckt durchkommt. Gleichzeitig reden wir über das Baby, als wäre sein Kopf leer. Es müsse erst gefüllt werden mit dem, was wir bereits kennen. Dabei fehlt ihm vor allem vieles von dem Chaos, das unseren eigenen Kopf besetzt hält. Weniger Chaos bedeutet mehr Ordnung. Trotzdem halten wir unseren Zustand für den fortgeschritteneren. Das Baby kann noch keine Antwort aussprechen. Aber was in ihm unmittelbarer da ist, haben wir unter unseren Antworten längst begraben. Ein voller Kopf ist keine Ordnung Ein Erwachsener hört einen Satz und weiß bereits, was der andere angeblich meint. Ein Blick ge...
Wir sprechen selbstverständlich von „meinem Gefühl“. Genau darin steckt bereits Trennung . Eine Bewegung taucht auf, wird festgehalten, einem Ich zugeordnet und dadurch eingeengt. Gefühl ist deshalb nicht einfach etwas Privates im Inneren eines Menschen. Es ist Bewegung. Wird diese Bewegung sofort als „mein“ markiert, bekommt sie eine Grenze und wird an die getrennte Person gebunden. Mit Faltung ist genau diese Verdichtung gemeint. Bewegung verschwindet nicht, aber sie kann nicht mehr frei durch den Menschen gehen und sich entfalten. Sie bleibt an Bewertungen, Erinnerungen, Erwartungen und Selbstbildern hängen. Ordnung wird dort wahrnehmbar, wo diese Bewegung ihren Zusammenhang zurückbekommt. Nicht durch mehr Kontrolle und auch nicht durch stärkere Gefühle, sondern durch Entfaltung. Entfaltung geschieht erst, wenn der Körper mitgeht. Wenn Bewegung zum Besitz des Ichs wird Der Beitrag über Gefühl als Bewegung hat bereits gezeigt, dass Gefühl kein Besitz ist. Jetzt wird sichtbar, w...