Etwas kippt im Menschenbild. Der Tod verliert gerade seine Selbstverständlichkeit. Was über sehr lange Zeit als fest, natürlich und unausweichlich galt, beginnt zu wanken. Aus verschiedenen Richtungen taucht dieselbe Ahnung auf. Der Tod ist kein ewiges Gesetz. Er gehört zu einem Abschnitt, der endet. Genau darin liegt die eigentliche Verschiebung. Denn sobald dieselbe Grundfrage gleichzeitig in Technologie, Medizin, Wissenschaft und tieferem Grundsatzdenken auftaucht, zeigt sich mehr als ein Trend. Im kollektiven Denken bricht etwas auf. Ein Bild, das über Generationen hinweg als unantastbar galt, verliert seine Macht. Der Mensch beginnt zu ahnen, dass das Ende, wie wir es bisher kannten, nie das ganze Bild war. Wir haben gelernt, den Tod als Natur, natürlich hinzunehmen. Als feste Grenze. Als unausweichliches Ende. Wir haben uns an Verfall gewöhnt, an Krankheit, an Abschied, an Begrenzung. Aus dieser langen Gewöhnung entstand ein Denken, das Sterblichkeit f...
Wer sind wir? Wo sind wir? Wo geht es mit uns allen hin? Die Antwort auf alles beginnt mit diesen Fragen.