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Es werden Posts vom September, 2026 angezeigt.

Sex ist keine Liebe: Was wir wirklich suchen

Zwei Körper kommen sich näher, etwas entlädt sich, und trotzdem bleibt danach Leere zurück. Woran liegt das?  Sex und Liebe werden miteinander verwechselt, obwohl sie nicht dasselbe sind. Sexualität wirkt stark auf den Körper. Erregung, Begehren und Nähe erzeugen Bewegung, reißen aus dem Alltag und können für kurze Zeit das Gefühl geben, nicht mehr getrennt zu sein. Dadurch entsteht schnell der Eindruck, etwas besonders Tiefes zu erfahren. Doch Intensität ist keine Ganzheit. Ein starker Reiz kann den Körper überwältigen, ohne wirklich anzukommen. Etwas bewegt sich, die Spannung löst sich, der Moment endet. Was hinter der Suche liegt, bleibt bestehen. Im Sex wird nach etwas gesucht, das Sex allein nicht geben kann: Verbindung, Aufhebung von Trennung, ein Ankommen im Körper. Mit anderen Worten: Es wird nach Liebe gesucht. Warum wir Liebe im Sex suchen Sex ist im Menschen mit Trieb, Spannung, Suche, Projektion und innerem Mangel verbunden. Etwas fehlt, und der Körper des anderen ...

Wenn Trennung wirklich endet

Heilung klingt nach dem Ende eines Problems. Inzwischen wird das Wort für beinahe jede Form von Entlastung benutzt: meditieren, zur Ruhe kommen, alte Prägungen bearbeiten, sich zurückziehen oder in die Natur gehen. Das alles kann guttun. Aber beendet es die Trennung? Solange die Trennung bestehen bleibt, hält auch die Entlastung nicht. Früher oder später kehrt das alte Chaos zurück. Dieselbe Angst taucht wieder auf, dieselbe innere Enge, dieselbe Abspaltung. Wir fühlen uns für eine Weile besser und stehen irgendwann doch wieder an einem ähnlichen Punkt. Die Menschheit trägt tiefer in sich mehr, als sie heute verkörpert. Mangel, Angst und innere Zerrissenheit erscheinen so selbstverständlich, dass wir sie mit dem Menschsein selbst verwechseln. Kollektive Heilung beginnt deshalb nicht mit der Frage, wie wir innerhalb der Trennung besser zurechtkommen. Die entscheidende Frage lautet: Was ist wirklich, wenn die Trennung selbst endet? Heilung ist keine kurze Pause vom Chaos Ein Waldspazier...

Warum Ewigkeit nicht irgendwann beginnt

Die ewige Erde ist kein neuer Ort und kein neuer Anfang. Sie beginnt nicht irgendwann.  Neu erscheint sie nur aus der Sicht des getrennten, fragmentierten „Bewusstseins“ , das am Ende der Illusion wiedererkennt, was nie aufgehört hat zu sein. Für das kleine Ich wirkt das wie ein gewaltiger Umbruch. Es denkt in Abschnitten: vorher und nachher, alt und neu, Anfang und Ende. Was außerhalb dieses Rahmens liegt, kann es aus seiner gegenwärtigen Position nicht erfassen. Deshalb sprechen wir von etwas, das „kommt“. Wir nennen es eine neue Erde, weil wir sie mit dem vergleichen, was wir heute kennen. Doch dieser Ausdruck beschreibt unsere Perspektive, nicht die ewige Erde selbst. Die ewige Erde entsteht nicht irgendwann in der Zukunft. Sie war im Plan immer angelegt. Neu ist der Blick. Nicht die Erde. Warum alles wie ein Anfang wirkt Das kleine Ich bildet sein Selbstbild aus gespeicherten Erfahrungen, Vorstellungen und seiner eigenen Position innerhalb der Zeit. Es sortiert Wahrgenommene...

Was wir an Babys bewundern und selbst überlagern

Ein Baby muss nichts leisten, um uns zu berühren. Es hat keine klugen Antworten, keinen Erfolg vorzuweisen und keine Geschichte zu erzählen. Trotzdem erreicht es uns. Was ist da, bevor all das hinzukommt? Wir nennen es süß. Doch seine kleine Gestalt erklärt nicht alles. Uns begegnet eine Offenheit , die beim erwachsenen Menschen unter Gedanken, Erwartungen und eingeübten Reaktionen kaum noch unverdeckt durchkommt. Gleichzeitig reden wir über das Baby, als wäre sein Kopf leer. Es müsse erst gefüllt werden mit dem, was wir bereits kennen. Dabei fehlt ihm vor allem vieles von dem Chaos, das unseren eigenen Kopf besetzt hält. Weniger Chaos bedeutet mehr Ordnung. Trotzdem halten wir unseren Zustand für den fortgeschritteneren. Das Baby kann noch keine Antwort aussprechen. Aber was in ihm unmittelbarer da ist, haben wir unter unseren Antworten längst begraben. Ein voller Kopf ist keine Ordnung Ein Erwachsener hört einen Satz und weiß bereits, was der andere angeblich meint. Ein Blick ge...

„Mein Gefühl“: Wo Trennung beginnt

Wir sprechen selbstverständlich von „meinem Gefühl“. Genau darin steckt bereits Trennung . Eine Bewegung taucht auf, wird festgehalten, einem Ich zugeordnet und dadurch eingeengt. Gefühl ist deshalb nicht einfach etwas Privates im Inneren eines Menschen. Es ist Bewegung. Wird diese Bewegung sofort als „mein“ markiert, bekommt sie eine Grenze und wird an die getrennte Person gebunden. Mit Faltung ist genau diese Verdichtung gemeint. Bewegung verschwindet nicht, aber sie kann nicht mehr frei durch den Menschen gehen und sich entfalten. Sie bleibt an Bewertungen, Erinnerungen, Erwartungen und Selbstbildern hängen. Ordnung wird dort wahrnehmbar, wo diese Bewegung ihren Zusammenhang zurückbekommt. Nicht durch mehr Kontrolle und auch nicht durch stärkere Gefühle, sondern durch Entfaltung. Entfaltung geschieht erst, wenn der Körper mitgeht. Wenn Bewegung zum Besitz des Ichs wird Der Beitrag über Gefühl als Bewegung hat bereits gezeigt, dass Gefühl kein Besitz ist. Jetzt wird sichtbar, w...

Die Ordnung war nie weg – im Körper versteckt

Ohne Essen bleiben uns mehrere Wochen. Ohne Wasser wenige Tage. Ohne Luft nur wenige Minuten. Daran wird deutlich, worauf der Körper am stärksten angewiesen ist. Was ist also wichtiger? Atmen. Trinken. Essen. Atmen versorgt den Körper unmittelbar , Trinken erhält ihn, Essen baut ihn auf. Darin zeigt sich bereits eine Grundordnung des Körpers: Versorgung, Erhaltung und Aufbau folgen nicht beliebig aufeinander. Alles geht vom Kopf aus. Dort beginnen Richtung, Verarbeitung und Reaktion. Doch der Kopf allein reicht nicht aus. Ordnung kann erst vollständig wahrgenommen werden, wenn der Körper mitgenommen wird. Richtig atmen bedeutet deshalb mehr als Luft holen. Es bedeutet, den Körper in den Vorgang einzubeziehen. Genau dort entsteht die Verbindung zwischen dem, was vom Kopf ausgeht, und der im Körper verborgenen Ordnung. Warum der Kopf allein nicht reicht Im Kopf laufen Programme, Muster, Wiederholungen, Bewertungen und Reaktionen. Er vergleicht, sortiert und setzt bekannte Information...

Zu viel Kopf, zu wenig Körper: So beginnt Krankheit

Krankheit beginnt nicht erst dort, wo der Körper Symptome zeigt. Sie beginnt dort, wo sich immer mehr in den Kopf verlagert und immer weniger im eigenen Körper ankommt. Gedanken kreisen. Anspannung wächst. Reaktionen werden schneller und dichter. Der Denkapparat arbeitet weiter, während der Körper immer weniger einbezogen wird. Genau daraus entsteht der Stress, um den es hier geht. Damit ist nicht jede Krankheit auf eine einzige Ursache reduziert. Krankheit hat viele Ursachen. Dieser Beitrag beschreibt einen bestimmten Zusammenhang: Was im Kopf geschieht, bleibt nicht folgenlos, wenn der Körper immer weniger beteiligt wird. Der Körper ist kein Zubehör zum Denken. Er ist wesentlich. Wird er nicht mitgenommen, entsteht Trennung zwischen Psyche, Denkapparat und Körper. Genau an dieser Stelle beginnt der Bruch. Der Kopf übernimmt, der Körper bleibt zurück Der moderne Alltag verlangt vor allem Denken, Reagieren, Planen und Funktionieren. Der Kopf wird ständig beschäftigt. Der Körper so...

Was bedeutet Gefühl?

Ein angenehmes Gefühl beginnt nicht dort, wo wir etwas positiv bewerten. Es beginnt dort, wo eine Bewegung von außen angenommen wird und durch den Körper gehen kann. Genau das verändert, was wir unter Gefühl verstehen. Wir sprechen oft von „meinen Gefühlen“, als wären Gefühle etwas, das in uns liegt und uns gehört. Doch Gefühl ist kein Besitz. Es geschieht als Bewegung, die uns erreicht, aufgenommen wird und sich im Körper fortsetzen kann. Diese Bewegung kann durch eine Begegnung, einen Blick, eine Stimme, Nähe, Musik oder andere Information ausgelöst werden. Entscheidend ist nicht nur, was von außen kommt, sondern was geschieht, sobald diese Bewegung auf uns trifft. Bleibt sie in Bewertung, Erwartung oder Gedanken hängen, wird der Körper kaum mitgenommen. Kann sie dagegen an-genommen und weitergetragen werden, verändert sich die Erfahrung. Der Körper wird nicht umgangen. Die Bewegung kann durch ihn hindurchgehen. Gefühl ist Bewegung Gefühl hat in diesem Verständnis mit Bewegung zu tun...